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Was man in der Schule nicht lernt

Was man in der Schule nicht lernt

Jeder kennt das Gefühl, in der Schule zu sitzen und die Sinnhaftigkeit des zu lernenden Stoffes zu hinterfragen. Als Erwachsener weiß man dann, dass Integralrechnung oder Differenzialquotienten absolut keinen Mehrwert im Erwachsenenleben darstellen. Man hat sich also für nichts und wieder nichts durch diese Themen gequält.

Sinnvoll allerdings wären Schul-Module wie:

  • Wie erstelle ich meine Steuererklärung?
  • Welche Versicherungen brauche ich und wann bin ich überversichert?
  • Was muss ich bei Vertragsabschlüssen beachten?

Auf diese Themen, die einem das ganze Erwachsenenleben regelmäßig Zeit und Nerven rauben, wird man nicht vorbereitet. Deswegen geben viele eine Unmenge Geld für überteuerte Steuerberater aus oder heuern zwielichtige Versicherungsmakler an. Sobald man erwachsen wird, wird dann von einem erwartet, dass man sich um diese ganzen Themen kümmert und man wird für seine Entscheidungen auch noch voll haftbar gemacht. Diese Fülle an Informationen überfordert und plötzlich für sich und seine Entscheidungen verantwortlich gemacht werden zu können, kann auch beängstigend sein.

Bereitet die Schule auf das Leben vor?

Schulen sollen in allen Bereichen ein Grundwissen vermitteln. Was im späteren Leben hilft sind sicherlich Grundkenntnisse in Psychologie, Philosophie oder Biologie. Auch Allgemeinwissen in Musik, Kunst und Sport ist nicht zu unterschätzen. Die Namen „Mozart“ oder „Bach“ sollte man wenigstens mal gehört haben. Wird das Wissen hier allerdings so vertieft, dass die komponierten Stücke mit Jahreszahl und Kontextwissen zitiert werden können, sollte die Sinnhaftigkeit hinterfragt werden. Die Energie kann sicher besser eingesetzt werden, vor allem, wenn für den Schüler klar ist, dass er nicht Musik studieren möchte, sondern eine Ausbildung zum Dachdecker machen will.

Lebensnahe Themen, wie die Eröffnung eines Bankkontos oder die Kenntnis über Bürgerrechte und auch Pflichten, würden eher auf das Leben vorbereiten als die Themen, die momentan auf dem Lehrplan stehen. Gerade in der Oberstufe, in der viele Schüler volljährig werden, sollte der Fokus auch auf diese Themen gelenkt werden.

Leistungsdruck und Hierarchie im veralteten Schulsystem

Das preußische Bildungssystem sollte unkritische und befehlstreue Bürger heranzüchten. Disziplin und Ehrgeiz sollten früh in die Kinder eingeprügelt werden. Die Schüler bei Ungehorsam zu schlagen ist zwar inzwischen verboten, sieht man sich allerdings die ein oder andere Schule von innen an, könnten einige Relikte durchaus noch aus der preußischen Zeit übrig geblieben sein.

Die Schule bereitet junge Menschen dahingehend auf das Leben vor, dass bereits in jungen Jahren ein solcher Druck auf die Kinder ausgeübt wird, dass die Kinder teilweise Burnouts oder Suizidgedanken bekommen. Streben sie eine beispiellose Karriere in der freien Wirtschaft an, kann sich das Kind direkt an das Gefühl des ausgebrannt seins gewöhnen. Der Leistungsgedanke zieht sich von der Schule, über das Studium oder die Ausbildung bis in das Berufsleben. Nicht alle halten dem Stand und fallen dann komplett durchs Raster. Wenn man nicht funktioniert, ist man raus und es bestehen geringe Chancen auf eine Rehabilitierung.

Wie kann man das Schulsystem modernisieren?

Dem Schulsystem würde eine Generalüberholung guttun. Diese beginnt bei den Inhalten und erstreckt sich über Prüfungsformen, Anforderungen und eine Reformierung der Uni- bzw. Ausbildungsvoraussetzungen. Wenn ich für eine Ausbildung als Industriekaufmann bereits Abitur brauche, wie bekomme ich dann mit einem guten Realschulabschluss eine gute Ausbildungsstelle? Wenn ich mit einem Abitur von 1,2 zu schlecht bin, um für ein Medizinstudium zugelassen zu werden, was ist mein Abschluss dann noch wert?

Die Inhalte hingegen sollten sich verändern und individueller gestaltet werden. Möchte ein Kind immer schon Tierarzt werden, ist es sinnvoll, dass es Fächer wie Biologie, Physik, Chemie und andere Fächer belegt und diese vertieft werden können. Es bringt dem Kind nichts, sich in Philosophie oder Kunst zu langweilen und sich dann aufgrund des fehlenden Interesses den Schnitt zu versauen und eben nicht für ein Veterinärstudium zugelassen zu werden.

Hängt das Glück vom NC ab und bleiben die Werte auf der Strecke?

Ob das Glück vom NC abhängt, beginnt zuallererst zuhause. Hat ein Schüler überehrgeizige Eltern, deren Überzeugung es ist, dass man ohne Studium auch direkt arbeitslos bleiben kann, wird er mit einem dreier Durchschnitt und dem Wunsch nach einer handwerklichen Ausbildung sicher kein Glück oder Unterstützung erfahren. Stress und Druck starten bei vielen Schülern bereits zuhause, wenn sie versuchen, die völlig überzogenen Erwartungen der Eltern zu erfüllen. Nicht wenige Eltern laufen mit einem Anwalt in der Schule auf, wenn sie glauben, dass Kind wäre schlecht benotet oder ungerecht behandelt worden. Wenn das Kind diesen Druck nicht von zuhause zu spüren bekommt, kommt dieser spätestens von den Lehrern oder dem Schulsystem. Denn schon in der 7ten Klasse wird mit einer zweiten Fremdsprache der Grundstein für die Oberstufe gelegt. Den Kindern wird eingetrichtert, dass, wenn sie jetzt den Anschluss verpassen, das Defizit nie wieder aufholen können. Beruhigend!

Aber anstelle einer Ellbogen-Einstellung für Erfolg und Bestleistung - komme was da wolle - sollten Schüler doch besser Fähigkeiten wie Hilfsbereitschaft, Respekt und Solidarität beigebracht bekommen. Den Kindern sollten Werte vermittelt werden und Akzeptanz und Individualität gefördert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Misserfolgen und Konflikten. Diese Themen begleiten einem im Berufs- und Privatleben dauerhaft. Wäre es hier nicht hilfreich, Skills zu lernen, um Rückschläge zu verkraften und noch einen Lerneffekt mitzunehmen?

Fazit

In Deutschland gibt es ungefähr 11 Millionen Schüler. Das ist ein bedeutender Anteil an der Gesamtbevölkerung und es macht hier durchaus Sinn, für diesen Anteil ein System zu verändern. Den Politikern, Kultusministern und Lehrern ist die veraltete Struktur bekannt, aber alleine hat keiner die Macht dieses zu ändern. Der Lehrer muss sich also weiter stumpf am Lehrplan entlanghangeln und kann seinen Unmut darüber teilweise auch nicht vor seinen Schülern verbergen.

Da Veränderungen immer Zeit brauchen und gerade eine elementare Änderung in einem so komplexen System dauern wird, ist es unerlässlich, sofort Reformen auf den Weg zu bringen. Und damit sind keine verwirrenden und unnötigen Rechtschreibreformen gemeint, sondern grundlegende Veränderung und ein zeitgemäßes Bildungssystem.


ÜBER DEN AUTOR

Autor des Ratgebers – Georg

Georg Hutzschenreuter

Georg ist Abi-Coach und Experte für die Oberstufe und das Abitur. Er verhilft Oberstufenschüler/innen mit der richtigen Strategie und erprobten Methoden zu ihrem Wunsch-Abitur. In diesem Blog erfährst du mehr über seine Expertise.

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