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Vorträge & Referate halten: Tipps für Schüler

Vorträge & Referate halten: Tipps für Schüler

Vorträge, Referate, Präsentationen – jeder Schüler muss in seiner Schulzeit die ein oder andere Vortragsform halten. Wenn man nach dem Abitur studiert, werden Präsentationen und Co schnell zur Gewohnheit. In der Schule allerdings ist es für viele ein absoluter Alptraum, vor Publikum zu referieren. Durch eine passende Methodik, strukturierte Vorbereitung und viel Übung kann die Präsentationstechnik verbessert und die Furcht vor dem Präsentieren minimiert werden.

Wie unterscheiden sich Referat, Präsentation und Vortrag?

Grundsätzlich gelten die Regeln eines Vortrages auch für ein Referat und sowohl Referat als auch Vortrag zählen zu den Präsentationen. Genau genommen sind sowohl Vortrag als auch Referat Präsentationen, bei denen zusätzlich eine Rede ans Publikum gehalten wird. Eine Präsentation wiederum kann auch ohne Rede auskommen.

Es gilt folgende Formel: Präsentation + Rede = Vortrag = Referat

Allerdings unterscheiden sich Referat und Vortrag bzgl. einiger Punkte auch voneinander.

Vortrag

Bei dem Vortragenden und dem Publikum handelt es sich meist um Experten bzw. Produktanbieter.

Ziele sind:

  • Das Überzeugen des Publikums (Kunden, Kollegen/Vorgesetzte)
  • Die Vermittlung von Kenntnissen (Trends, Innovationen)
  • Das Geben von Impulsen (motivieren, aktivieren, begeistern) 

Referat

Bei dem Referent und dem Publikum handelt es sich meist um Schüler/Studenten.

Es existieren diverse formale Anforderungen und Vorgaben. Oft in Form von Richtlinien und Leitfäden.

Es wird eine Leistung erbracht, die dann bewertet wird. Der Vortrag ist dabei nur ein Teil eines Referats. Vorbereitung, Methodik, inhaltliche Richtigkeit, Handout und die Beantwortung von Fragen fließen ebenfalls in die Note ein.

Ziele sind: 

  • Das Gelernte vermitteln und Kenntnisse präsentieren 
  • Den Wissensstand dokumentieren 
  • Die Fähigkeiten des methodischen Vortragens nachweisen 
  • Eine mündliche Prüfung ablegen

Definition, Ablauf und Sinn von Referaten

Bei einem Referat handelt es sich um eine Vortragsform, bei der ein Thema innerhalb eines bestimmten Zeitraumes vor einer Gruppe oder einer einzelnen Person vorgestellt wird. Das Thema wird recherchiert und es wird ein Schwerpunkt gesetzt (oder besser “inhaltlich abgegrenzt?”). Am Ende des Referats findet in der Regel eine Fragerunde statt  (werden Fragen gestellt?).

Das Halten von Referaten bereitet die Schüler/Studenten auf das Berufsleben vor. Freies Reden und das Halten von Präsentationen gehören ggf. zum Berufsalltag dazu. Auch das logische Strukturieren von Themen wird so geübt.

In der Regel dauert ein Referat in der Abiturvorbereitung bis zu einer halben Stunde. Später - an der Uni - kann sich die Zeit auf 45 – 60 Minuten verlängern.

Worauf muss ich beim Referat achten?

Ein Referat sollte aus Einleitung, Hauptteil und Schluss bestehen. Diese Gliederung bietet Struktur und der Zuhörer kann der Systematik somit leichter folgen. Zu Beginn wird das Thema bzw. die Fragestellung genannt und erläutert, auf welche Punkte im Referat eingegangen wird. Es folgt der Hauptteil, in dem verschiedene Medien genutzt werden sollten. Das können bspw. der klassische Overhead-Projektor, ein Flipchart oder aber ein Laptop mit Beamer und Powerpoint-Präsentation sein. Ein angemessenes Sprachtempo und verständliche Sprache sind hierbei in allen Fällen Voraussetzung. Zum Schluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und eine ggf. zuvor genannte These bestätigt oder widerlegt. Dabei kann auch ein Ausblick auf künftige Entwicklungen oder aktuelle Forschungen gegeben werden.

Vorbereitung auf Referate

Eine gute Vorbereitung kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Fachliche Defizite können vor einem Fachpublikum oder dem Lehrer/Dozenten nicht verborgen werden. Das Referatsthema wird in der Schule in der Regel vom Lehrer vergeben oder der Schüler kann aus einer Themenliste auswählen. Das Thema sollte dann gründlich recherchiert und vorbereitet werden. Damit sollte möglichst früh angefangen werden. Dabei helfen Brainstorming und eine gründliche Recherche.

Brainstorming

Normalerweise wählt der Referent ein Thema aus, mit dem er etwas verbinden kann und welches besonders interessant erscheint. Zuallererst werden alle Punkte und Fragestellungen notiert, die einem dazu einfallen. Was ist besonders wichtig? Was könnte die Zuhörer interessieren?

Danach sollte versucht werden, einige Punkte unter einem Oberbegriff zusammen zu fassen. Dann kann eine Gliederung erstellt werden. Zum einen wird so der Überblick behalten, zum anderen stellt eine Gliederung eine Lernhilfe dar.

Recherche

Der Lehrer gibt oft bereits bei Themenverteilung Hinweise, wo das jeweilige Thema am besten recherchiert werden kann. In Bibliotheken lohnt es sich auch, Mitarbeiter zu fragen und auch Google Scholar kann genutzt werden, wenigstens für eine Basisrecherche. An der Uni wird die Recherche leichter, da dort meist gut ausgestattete Bibliotheken und Online-Bibliotheken zur Verfügung stehen, bei denen man mit einer Schlagwortsuche zu den Quellen geleitet wird. Wichtig ist: Es sollte nicht versucht werden alles abzudecken, sondern der Fokus auf bestimmte Aspekte gelegt werden.

Gliederung eines Referats

Der Aufbau eines Referates sollte nach dem klassischen

- Einleitung (worum geht es?)

- Hauptteil (Vorstellung zentraler Aspekte)

- Schluss (grobe Zusammenfassung und Ausblick)

erfolgen. Um den Schluss abzurunden, können zwei oder drei Fragen zurechtgelegt werden, die mit den Zuhörern diskutiert werden. Es kann sich hier um Streitfragen oder allgemeine Überlegungen handeln. Diese Zeit sollte bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden.

Handout

Ein Handout stellt eine schriftliche Zusammenfassung des vorgestellten Themas, oft mit weiterführender Literatur, dar. Ein Handout wird oft erst nach Beendigung des Referates verteilt, da sonst kaum jemand zuhört, sondern alle versuchen dem Vortrag anhand des Handouts zu folgen.

Andere wiederum sehen ein Handout als Thesenpapier und führen die wichtigsten Aspekte in Stichpunkten auf, um dem Zuhörer eine Orientierung zu geben. Hier sollte das Thesenpapier natürlich vor Beginn des Referats verteilt werden, sodass sich die Zuhörer Notizen machen können.

Generell gilt: Die einen lieben es, die anderen verteufeln es. Bei der Erstellung eines Handouts sollte man unbedingt im Vorfeld abklären, ob dies überhaupt gewollt ist. Dazu kannst du den Lehrer ansprechen und nachfragen. Wenn dieser sich nicht festlegen will, sollte der Referent unbedingt eine Begründung parat haben warum er sich dafür oder dagegen entschieden hat.

Medien

Es existieren oft Vorgaben der Schule oder Uni über die Wahl der Präsentationsmedien. Bei freier Auswahlmöglichkeit sollten folgende Punkte bedacht werden:

- PowerPoint oder andere Programme sind lediglich unterstützende Tools, Inhalte und Referent stehen weiterhin im Vordergrund

- Folien sollten nur Stichpunkte erhalten (keinen Fließtext)

- Bilder/Grafiken vereinfachen die Übersicht

- Analoge Medien (Flipchart o.Ä.) können, je nach Präferenz des Lehrers, auch sinnvoll sein

- Medienwechsel erhalten die Aufmerksamkeit

- Bei der Vortragsgeschwindigkeit gilt es langsam zu sprechen

- Soll Wissen vermittelt werden, sollten die Zuhörer aktiv eingebunden werden

Tipps zum erfolgreichen Präsentieren

Die Vorbereitung ist top, die Gliederung fertig und jetzt muss nur noch präsentiert werden. Es gilt Ruhe zu bewahren und auf die gute Vorbereitung zu vertrauen. Folgende Tipps machen die Präsentation erfolgreich:

  1. Sprechtempo: ruhig und langsam

Viele Menschen sprechen, wenn sie nervös sind, schneller als normal. Wenn die Prüfer allerdings nicht alles verstehen, weil durch den Vortrag durchgerast wird oder die anberaumte Zeit deutlich unterschritten wird, gibt es Punktabzug. Langsam und achtsam sprechen muss geübt werden. Wenn mitten in der Präsentation plötzlich auffällt, dass sehr schnell gesprochen wird, können taktische Pausen eingelegt werden. Denn es gilt: Schnelles sprechen wirkt unorganisiert und hektisch.

  1. Sprechlautstärke: angemessen

In Stresssituation neigen Menschen neben einer schnellen Sprache auch zu sehr lautem oder sehr leisem reden. Die einen wirken wie eingeschüchterte Mäuschen und hauchen ihre Worte nur noch in Richtung Prüfer. Wenn sich die Prüfer nach vorn neigen und das Ohr zum Referenten drehen, kann das ein Indiz für zu leises sprechen sein. Die anderen schreien die Prüfer fast an, weil sie ihre Unsicherheit überdecken wollen.

Die Lautstärke sollte etwas lauter als normal sein, da die Prüfer meist in einem gewissen Abstand entfernt sitzen. Raumgegebenheiten sollten berücksichtigt werden. Die Lautstärke lässt sich allerdings im Vorfeld ebenso trainieren wie das Tempo. Wichtige ist dabei, dass laut und deutlich genug gesprochen wird.

  1. Wortwahl: verständlich

Das aufbereitete Wissen soll dem Zuhörer verständlich vermittelt werden. Der Referent ist in der Regel Experte auf dem Gebiet, da er sich über einen langen Zeitraum auf diesen Tag vorbereitet und das Thema gründlich recherchiert hat. Es sollte allerdings bedacht werden, dass Mitschüler meistens keine Experten auf dem Gebiet sind, Lehrer hingegen schon. Hier gilt es die Gradwanderung zwischen angemessen Fachtermini und verständlicher Sprache zu wählen.

Fachbegriffe sollten grundsätzlich zuerst definiert und Schachtelsätze vermieden werden, um eine bessere Verständlichkeit zu gewährleisten.

  1. Freies Reden: so viel wie möglich

Sobald ein Thema verinnerlicht wurde, klappt das freie Reden automatisch. Karteikarten sollen hier nur als grober Leitfaden für die Gliederung und als Gedächtnisstütze fungieren. Zum einen fehlt der Blickkontakt, wenn man nur von Karten abliest, zum anderen wirkt pures Ablesen äußerst einschläfernd auf die Zuhörer. Es sollte also versucht werden, so viel wie möglich frei und ohne ablesen zu sprechen.

  1. Einstellung: positiv

Es sollte mit einer positiven Grundeinstellung an einen Vortrag herangegangen werden. Die befürchtete Tortur der Prüfungssituation und Horrorszenarien vor Versprechern oder sonstigen peinlichen Ereignisse müssen bewusst weit weg geschoben werden.

Die Prüfer werden auch bemerken, dass sich der Referent nicht wohl fühlt. Im schlimmsten Fall interpretiert er ein Unvorbereitet-sein in dieses Verhalten hinein.

  1. Position: offen und präsent

Wenn man sich unsicher fühlt, neigt man oft dazu, sich zu verstecken. Hinter einem Tisch zu stehen oder verschränkte Arme sind klassische Beispiele dafür. Auch hinter den Notizen lässt es sich gut verstecken. Aber auch, wenn man sich unsicher fühlt, sollte man Selbstsicherheit ausstrahlen. Jeder hat den Spruch „sicheres Auftreten, bei völliger Ahnungslosigkeit“ einmal gehört. Ein sicherer, fester Stand, Augenkontakt und eine offene Körperhaltung vermitteln dem Prüfer, dass man weiß, was man tut und kleinere Fehler fallen nicht so ins Gewicht.

  1. Generalproben: aufdeckend/hilfreich/abrundend

Die Präsentation sollte auf jeden Fall mindestens einmal geübt werden. Schwachstellen werden so aufgedeckt und zudem ein Gefühl für die Zeit entwickelt. Hier ist es egal, ob dies vor Mitschülern, der Freundin oder den Eltern geschieht. Hier sollte Feedback eingeholt und verinnerlicht werden.

Die Angst vor der Präsentation

Eine Vortragssituation ist für viele Menschen noch beängstigender als eine Prüfungssituation. Der Ursprung der Angst und die Methoden, um gegen die Angst anzukämpfen, sind allerdings gleich. Wir haben zu dem Thema einen Artikel verfasst: Prüfungsangst überwinden - Definition, Symptome & Tipps


ÜBER DEN AUTOR

Autor des Ratgebers – Georg

Georg Hutzschenreuter

Georg ist Abi-Coach und Experte für die Oberstufe und das Abitur. Er verhilft Oberstufenschüler/innen mit der richtigen Strategie und erprobten Methoden zu ihrem Wunsch-Abitur. In diesem Blog erfährst du mehr über seine Expertise.

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